Hilfsmittelgesetz im Bundestag

München (kobinet) Das Bundeskabinett hat am 31. August 2016 den Entwurf eines „Gesetzes zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung“ (Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz – HHVG) beschlossen. Aus der Sicht der Betroffenen schildert heute für kobinet Luise Rauschmayer Probleme bei der Hilfsmittelversorgung. Die Theologin und Journalistin aus München meint, die Behindertenbewegung müsse hier aktiv werden.

[…] Auch das neue HHVG legt viel Gewicht auf das Hilfsmittelverzeichnis – mit dem Effekt, dass seine Rolle in der Praxis also weiter gestärkt wird. Dagegen ist rechtlich der tatsächliche Bedarf des oder der einzelnen Versicherten maßgeblich (und das Hilfsmittelverzeichnis unerheblich). Das Problem liegt in der Preisdrückerei der Krankenkassen und ihrer Komplizenschaft mit unredlichen „Leistungserbringern“, die kalkulieren, dass die Versicherten gezwungenermaßen „freiwillig“ einen Aufpreis zahlen, um statt der angebotenen unbrauchbaren Produkte brauchbare zu bekommen.

Diese Preisdrückerei, durch sogenannte „Ausschreibungen“, ist vom Gesetzgeber gewollt. Die Ausschreibungen werden im neuen Heil-und Hilfsmittelversorgungsgesetz weiter fortgeschrieben. Eine Krankenkasse lobt also den Bedarf eines Jahres in einem ganzen Bundesland im Paket aus – einschließlich Beratung, Anpassung, Einweisung, Wartung, Reparatur, Abholung nach dem Ende der Nutzung, Lagerung, Entsorgung. Das kleine Sanitätshaus „um die Ecke“ kann sich auf so eine Massen-Ausschreibung de facto nicht bewerben – anonyme fliegende Händler, die keinen Ruf zu verlieren haben, bekommen wie einen gedeckten Tisch Marktzugang und Kundenkontakt von den Kassen serviert. Und nutzen dann die Uninformiertheit und Zwangslage der Versicherten, indem sie z.B. Rollatoren zur Selbstmontage per Paket zusenden. Oder es wird ein schlechtes Produkt als „Kassenmodell“ vorgeführt. Für ein geeignetes müsse der oder die Versicherte privat zuzahlen – eine Falschinformation, die von den Kassen wissentlich geduldet und von den Politikern durch ihre Gesetze unterstützt wird.

Solange die Kompetenz der einzelnen Sanitätshäuser so sehr unterschiedlich ist, können Anreize zu mehr Qualität effizient fast nur gesetzt werden, indem wir Versicherte und Betroffenen gute Beratung und Versorgung honorieren durch Folgeaufträge und Empfehlungen. Daher müssen wir im Interesse auch der künftigen Betroffenen und der Versichertengemeinschaft – gegen die gegenwärtige Rechtslage und gegen die vorliegende Version des HHVG – weiterhin freie Wahl des Anbieters fordern!

Demgegenüber geht das neue HHVG durch weitere Bürokratisierung und Verteuerung der fast ausschließlich formalen „Präqualifizierung“ der Geschäftsinhaber an unserem Bedarf tatsächlicher Qualifizierung aller Beschäftigten in der Rehatechnik vorbei.
Statt Verteuerung brauchen wir Verbilligung: […]

[…] Für einen Staat wie Deutschland, der die UN-Behindertenrechtskonvention unterzeichnet hat, gehört es zur Öffentlichen Daseinsvorsorge, seinen Bürgerinnen und Bürgern Zugang zu den erforderlichen technischen Hilfen zu schaffen.[..]

… der vollständige Artikel kann auf http://www.kobinet-nachrichten.org/de/1/…tm/?search=HHVG weiter gelesen werden

…der Gesetzentwurf zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung kann hier https://www.bundesgesundheitsministerium…m-kabinett.html nachgelesen werden!

Wie ist die Hilfsmittel- Versorgung geregelt?

Wie ist die Hilfsmittel- Versorgung geregelt und worauf haben wir Stomaträger Anspruch?
 


Bild: Tim Reckmannr/ pixelio.de
Erstattung der gesetzlichen Krankenkassen von Stoma-Artikeln

Ganz gleich, ob nun eine ein-/ zweiteilige Stomaversorgung, Basisplatten, Beutel, Ringe/Pasten und anderes Zubehör, es handelt sich dabei immer „zum verbrauchbestimmte Hilfsmittel“ auf die ein Anspruch nach (§33 SGB V) als Sachleistung besteht. Als Sachleistung heißt im Fall für uns Stomaträger, dass wir keine Rechnung über die an uns gelieferten Hilfsmittel erhalten. Der Leistungserbringer, also das HomeCare- Unternehmen bzw. das Sanitätshaus, liefert uns im Auftrag der Krankenkassen, und rechnet auch mit diesen direkt ab. Denn die von uns benötigten Hilfsmittel werden von der Krankenkasse direkt bezahlt. Das Einzige, was wir zahlen müssen, ist die gesetzlich vorgeschriebene Zuzahlung von 10€ im Monat, wer von der Zuzahlung befreit ist, zahlt nichts.

Zurzeit gibt es zwei Möglichkeiten mit der Stoma- Hilfsmittel Versorgung, die zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen üblich sind:

Eine Auslieferung mit einer ärztlichen Verordnung, mit Abrechnung zu Festbeträgen. Heißt, jede Basisplatte, jeder Beutel, Ring etc.pp hat einen festen Betrag, und allen Leistungserbringern wird der gleiche Festpreis erstattet. Das war vor 2010 gängige Praxis, und heute nur eher ein Sonderfall.

In den letzten Jahren haben fast alle der 118 gesetzlichen Krankenkassen Pauschalverträge ausgehandelt, dabei wird auf Basis von Durchschnittswerten (Mengen) errechnet, was ein “Muster-Patient oder Standard-Patient“, der einen Betrag von xyz…. Eur/ Monat kostet. Diese Pauschalen können unterschiedlich hoch ausfallen, abhängig vom Verhandlungsgeschick der Partner, hinzu kommt der regionale Wettbewerb, liegen diese zurzeit im Durchschnitt bei knapp 200€. Die Kassen erstatten also dem Versorger pro Stomaträger die monatlichen Pauschalen.

Eine andere Möglichkeit ist, die Versorgung, sowie Abrechnung über Monatspauschalen, deren Höhe aber, über eine vorherige Ausschreibung festgelegt wurde. Dadurch wird die Versorgung an den Leistungserbringer exklusiv vergeben, der die niedrigste Pauschale angeboten hat. Im Inkontinenz-Bereich ist diese Art von Ausschreibungen schon länger Praxis. Das führte aber zu deutlich niedrigeren Monatspauschalen, so wie zu erheblichen Einschränkungen in der Qualität der Hilfsmittel, und zu noch deutlicheren Einschränkungen im Service. Aktuell hat die KKH im April diesen Jahres beschlossen, dies auch für bei ihren versicherten Stomaträger/-innen anzuwenden, und danach zu versorgen.

Wahlrecht der Hilfsmittel

Unser Hausarzt stellt uns eine Hilfsmittel- Verordnung aus, die wir bei unserem HomeCarer oder Sanitätshaus einreichen können. Welche Stoma-Versorgungsartikel letztlich dann geliefert werden, entscheiden wir alleine, oder gemeinsam, mit unserem HomeCarer, oder Sanitätshaus. Wir haben dabei einen Anspruch auf ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Hilfsmittel- Versorgung nach (§12 (1) SGB V), somit auch einen Anspruch auf genau die Stoma- Artikel, die wir tatsächlich für unsere ganz individuelle Stomaversorgung benötigen. Weder die Krankenkassen, noch der MDK, und schon gar nicht der Versorger, können uns eine spezielle Marke, noch spezielles Produkt, vorschreiben. Der Anspruch auf eine individuelle, ausgesuchte Hilfsmittel- Verordnung wurde schon mehrfach durch das Bundessozialgericht so bestätigt.

„Wirtschaftliche Aufzahlung“ und Mengenempfehlungen

Was tatsächlich an Stoma- Artikeln benötigt wird, hängt immer von der individuellen Situation ab. Die Monats- Pauschalen, werden anhand von Durchschnittsmengen, im Auftrag der Krankenkassen durch den MDK ermittelt. Damit wird der Bedarf des „Muster- Patienten“ festgestellt, und dient auch als Grundlage, für die Preiskalkulation der Leistungserbringer (HomeCarer und Sanitätshäuser). Bei einem höheren Verbrauch, darf kein Aufschlag erhoben werden, denn für einen niedrigeren Bedarf, gibt es ja schließlich auch keinen Rabatt. Diese sogenannten “wirtschaftlichen Aufzahlungen” für Stoma- Artikel, im Rahmen der Hilfsmittel- Versorgung, sind nicht erlaubt.

Die Wahl des HomeCare- Unternehmens und Sanitätshaus

Eine Versorgung mit Artikeln zur Stoma Versorgung, ist grundsätzlich nur über/ durch die Vertragspartner der Krankenkassen möglich. Es werden vor allem mit Sanitätshäusern und HomeCare- Unternehmen Verträge abgeschlossen. Auskunft über die Vertragspartner, bekommt man über die Krankenkasse. Unter allen Vertragspartnern, können wir unseren Versorger, (also Leistungserbringer) frei wählen. Selbst, wenn keiner der Vertragspartner in direkter Nähe unseres Wohnorts beheimatet ist, ist das auch kein Problem. Denn die Stoma-Artikel müssen ja nicht abgeholt werden, sondern werden nach dem sogenannten Sachleistungsprinzip frei Haus geliefert.

Was kann man tun, wenn es zu Problemen kommt?

Behauptet, beispielsweise euer Versorger, es sei eine bestimmte Menge, oder ein bestimmtes Produkt/ Marke, es könne oder dürfte nicht geliefert werden weil…[…/]: einfach an eure Kasse wenden, und den Versorger wechseln

Auch wenn wir Stomaträger unsere Stomaversorgung im Sanitätshaus abholen, oder auch nach Hause geliefert bekommen, so sind wir im eigentlichen Sinn keine Kunden der Leistungserbringer. Denn wir sind Kunden unserer Krankenkasse. Funktioniert also die Versorgung durch den Leistungserbringer nicht ausreichend, ist unsere Krankenkasse der richtige Ansprechpartner, für Beschwerden.

Liegt unser individuelle Versorgungsbedarf erheblich über dem Durchschnitt des “Muster-Patienten”, und verlangt euer Leistungserbringer eine zusätzliche Zuzahlung (auch wirtschaftliche Aufzahlung genannt), oder er will die benötigte Stückzahl nicht liefern? Reicht es aus, wenn ihr eine ärztliche Bescheinigung mit einer entsprechender Begründung bei eurer Kasse vorlegt.

Es wird aber auch den ein oder anderen Fall geben, bei dem eine Änderung trotz allem ansteht, sei es nur, weil das „alte Modell“ (Stomaversorgung) nicht herges mehr hergestellt wird, oder etwa, wenn eine „Überversorgung“ vorliegt. Beispielsweise, wer bei einer Ileostomie bisher geschlossene Beutel verwendet hat, kann mit Ausstreifbeuteln ebenso gut, aber deutlich kostengünstiger versorgt werden.

Was ist aber, wenn ein Leistungserbringer nicht liefern kann, oder will? Liegt es immer am Versorger, der z.B. einen über dem Durchschnitt liegenden hohen Bedarf, bei nur wenigen eigenen Stoma-Patienten, nicht im Rahmen seiner Mischkalkulation ausgleichen kann. Sollte die Möglichkeit geprüft werden, ob nicht ein anderer Vertragspartner, seiner Krankenkasse, diese Lieferung übernimmt. Sollte das auch nicht klappen, kann man notfalls auch seine Kasse wechseln.

Eine Anmerkung zu Wechsel der Krankenkasse

Waren früher noch Betroffene, mit einer chronischen Krankheit, und/oder Behinderung bei den Kassen äußerst ungeliebt, hat sich das seitdem Inkrafttreten des Gesundheitsfonds positiv geändert. Denn den Kassen fließt für sie, aus eben diesem großen Gesundheitstopf, deutlich mehr zu, als für ihre gesunden Mitglieder. Die Krankenkassen dürfen auch einen Antrag auf Mitgliedschaft nicht einfach ablehnen. Gut, dass deren Kapazitäten schon einmal kurzfristig überfordert sein können, so geschehen im Mai 2011, als wegen der Insolvenz der City BKK, allein in Berlin knapp 80.000 Kassenpatienten, und das waren vorwiegend ältere Menschen, die Schwierigkeiten hatten, eine neue Krankenkasse zu finden, war nur eine kurzzeitige Ausnahme, und sollte keinen abschrecken.

Denn wir sind Kunden unserer Krankenkasse, und wenn wir nicht mit der Leistung unserer Kasse, oder mit der Leistung ihrer Vertragspartner zufrieden sind, steht es uns frei, die Krankenkasse zu wechseln. Der Gesetzgeber hat diese Möglichkeit ausdrücklich geschaffen. Es entstehen uns auch keine Nachteile dabei, denn die Kosten für notwendige Behandlungen, Medikamente, Hilfsmittel etc. werden von allen Krankenkassen übernommen.

Wie die Hilfsmittel-Versorgung geregelt ist?

Was tun, wenn die Krankenkasse nicht alle Kosten übernimmt?

SHG Stoma~Selbsthilfe Braunschweig

Was könnt ihr tun?
Kosten über benötigte Stomaartikel werden von einer Krankenkasse übernommen, nur welche Produkte sind notwendig und welche nicht? Dies klar zu regeln hat der Spitzenverband der Krankenkassen nach gesetzlichen Vorgaben ein Hilfsmittelverzeichnis erstellt. In diesem Verzeichnis sind die meisten erstattungsfähigen Hilfsmittel zur Stomaversorgung aufgeführt. Selbst wenn  wenn ein Produkt keine Hilfsmittelnummer hat,kann es von eurem Arzt/Ärztin verordnet werden.

Darin befinden sich die Hilfsmittel zur Stomaversorgung die erstattungsfähig sind, aufgelistet. Sollte ein Produkt keine Hilfsmittelnummer haben, selbst dann kann es von einem bzw. durch euren Hausarzt über eine Verordnung verordnet werden. Dazu dient den Krankenkassen als Orientierungshilfe, die Mengenempfehlung des MDK, was für wie viele Hautschutzplatten, Basisplatten, Beutel und Hautschutzringe etc. an Kosten pro Monat erstattet werden. Der MDK hat den monatlichen Verbrauch eines Muster-Stomaträger, den es natürlich nicht gibt, ermittelt. Was ist aber, wenn zusätzliche Stomaartikel benötigt werden, oder wenn die Krankenkasse, die vom eurem Hausarzt ausgestellt Verordnung ablehnt, mit der Begründung euer Verbrauch sei zu hoch, im Monat?

Eines ist schonmal sicher, dieses ominösen Muster-Stomaträger gibt es in der Wirklichkeit nicht. Denn wie jeder Mensch anders ist, ist auch ein Stoma anders. Nicht jedes Stoma konnte auch so operiert werden, das es sich einwandfrei versorgen lässt. Es wird immer Beutelträger geben, bei denen das Stoma an einer ungünstigen Stelle, z.B. in einer Hautfalte angelegt wurde. Oder es kommt zu Hautirritationen, das Stoma zieht sich zurück und macht dadurch eine spezielle Stomaversorgung notwendig. Werden dann von der Kasse diese zusätzliche notwendigen Kosten abgelehnt, kann dann euer Hausarzt das schriftlich begründen, warum diese Stomaprodukte benötigt werden. Diese Begründung muss eurer Krankenkasse vorgelegt werden, damit sie dann die Kosten auch vollständig übernehmen kann.

Ärztliche Bescheinigung zur Vorlage bei der Krankenkasse

Diagnoseschlüssel entschlüsseln

Ihr habt auf der Webseite der Techniker-Krankenkasse die Möglichkeit den Diagnoseschlüssel zu Entschlüssen und so aus einer unklaren Zahlenbuchstabenkombi, euch eine klar und verständliche Bedeutung der einzelnen Schlüssel anzeigen zulassen.
SHG Stoma~Selbsthilfe Braunschweig
Beispiel: Ich habe auf eine meiner Verordnung das hier stehen: E78.1 Nun habe ich diesen Schlüssel in das Tool eingegeben und bekam eine vollständige Beschreibung des Diagnoseschlüssels angezeigt: ICD-Details Code: E78.1 Allgemeine Informationen Kategorie Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten Gruppe Stoffwechselstörungen Untergruppe Störungen des Lipoproteinstoffwechsels und sonstige Lipidämien (Störung des Fettstoffwechsels bzw. sonstige Erhöhung der Blutfettwerte) Beschreibung zu E78. Reine Hypertriglyzeridämie Sicherheit Gesicherte Diagnose ICD-Diagnoseauskunft. Die Abkürzung ICD steht für „International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems“. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat diese Klassifikation erstellt. Euer behandelnder Arzt verschlüsselt entsprechend die Diagnose zum Beispiel auf Eurer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, die Ihr Eurer Krankenkasse vorlegt. Ihr habt *hier die Möglichkeit —> https://www.tk.de/tk/medizin-und-gesundheit/krankheiten/icd-diagnoseauskunft/361 214, euch den vollständigen Diagnosetext anzeigen zu lassen.
Ich weise aber daraufhin das daß hier Sofern sich Inhalte auf medizinische Informationen, Hinweise und Empfehlungen beziehen oder verweisen, dienen sie nur als Unterstützung. Die persönliche Beratung durch einen Arzt,durch qualifiziertes Pflegepersonal (Stomatherapeut) für eine Untersuchung oder einer Diagnoseerstellung hat immer Vorrang!

Medizinische Abkürzungen für alle erfassten Krankheiten ICD-10: Die medizinischen Diagnosen werden in Deutschland nach dem ICD (International Classification of Diseases) verschlüsselt. Seit 2005 werden auch die Krankenhäuser nach Diagnosen bezahlt. Hierzu wird die ICD-Hauptdiagnose einer bestimmten DRG (Diagnosengruppierung) zugeteilt und mit Hilfe der restlichen ICD-Diagnosen eine Fallschwere berechnet. Da die Diagnosenummern und deren Kurzerklärung für den Laien meist unverständlich ist, könnt Ihr euch hier—> http://www.med-serv.de/medizin-icd.htmleine ausführlicher Erklärung dazu anzeigen lassen.

Ich weise daraufhin das daß hier Sofern sich Inhalte auf medizinische Informationen, Hinweise und Empfehlungen beziehen oder verweisen, dienen sie nur als Unterstützung. Die persönliche Beratung durch einen Arzt,durch qualifiziertes Pflegepersonal (Stomatherapeut) für eine Untersuchung oder einer Diagnoseerstellung hat immer Vorrang!

Krebsfrüherkennung am 04.03.2015

Krebsfrüherkennung Austellung im Herzogin Elisabeth Hospital

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Bildquelle: © unser 38.de Artikel Foto

Braunschweig, 04.03.2015:

Die Niedersächsische Krebsgesellschaft eröffnete am 04. März 2015 um 12.00 Uhr im Herzogin Elisabeth Hospital in Braunschweig die Ausstellung zum Thema Krebs. Krebs ist eine Krankheit, der sich Menschen gerne entziehen, solange sie nicht selbst betroffen sind. Die Wanderausstellung verdeutlichte durch umfangreiche Informationen zur Krebsfrüherkennung, dass Krebs kein unabänderliches Schicksal ist. Die Ausstellung konnte bis einschließlich 18. März 2015 im Eingangsbereich des HEH besichtigt werden.


Artikel auf unser38.de———-> http://www.unser38.de/braunschweig-innenstadt/kulturelles/ausstellung-zur-krebsf rueherkennung-im-herzogin-elisabeth-hospital-d11172.html

Personen auf dem Bild von links nach rechts:
J.Siegmund, Verein Krebsnachsorge e. V. / BS; H. Zupp, Sozialdienst HEH; R.Schalla, Prostatakrebs-Gruppe BS; Dr. H. Köhler, Chefarzt der Chirurgischen Klinik HEH; H. Cavar, Pflegedienstleiterin HEH; Dr. F. Oettel, Leiter des Darmkrebszentrums und Chefarzt der Chirurgischen Klinik HEH; L. Lauer, Frauenselbsthilfe nach Krebs-Gruppe; C.Pfeil, Nds. Krebsgesellschaft e.V.; C. Gebhardt, Stoma-Selbsthilfe,BS; W.Behring, Dt“ILCO“, H.-D. Müller, Kehlkopfoperierte Gruppe;Bs; V.v. Manowski, Gf, HEH

Über mich, meine Krankheit…..

SHG Stoma~Selbsthilfe Braunschweig

Über mich, meine Krankheit, Das Stoma-Forum“Kängurufreunde“und die SHG Stoma-Selbsthilfe Braunschweig „Die Kängurufreunde“!.

So lautet ein Artikel auf der Internetseite des Gesundheitsportals Curado.de. Dieser Artikel erschien auch im Magazin „Befund-Krebs“ vom Verlag GfmK.

Ich heiße Carsten, bin 42 Jahre alt, verheiratet mit meiner Jungliebe, mit der ich seit nun mehr 25 Jahren zusammen und seit Mai 2002 auch verheiratet bin. Kinder haben wir keine, wenn, dann hätten wir vier gewollt. Mein Leben verlief bis November 2010, mit allen Höhen und Tiefen normal, ich hatte wieder Arbeit gefunden. Bis zum 22. November….. mehr lesen –>*hier lang

BVMed informiert über Stomaversorgung

BVMed (Bundesverband Medizintechnologie e.V.) informiert über Stomaversorgung

 

In seinem neuen Homecare-Newsletter informiert der BVMed über Stoma-Hilfsmittel, Dienstleistungskriterien einer hochwertigen Stomaversorgung und die Krankenhausentlassung mit Stoma. Mittlerweile gibt es rund 160.000 Stomaträger in Deutschland. Die häufigste Ursache für einen künstlichen Darmausgang ist Darmkrebs. Der Patient verliert durch die Entfernung des tumorbefallenen Teils des Darms Körperfunktionen, die das Stoma – also der künstliche Ausgang – ersetzen soll. Mithilfe der Stomaanlage werden Darmausscheidungen in spezielle Beutelsysteme abgeleitet.

Die Homecare-Newsletter könnt ihr unter www.bvmed.de/homecare-news abrufen.

 

Für die Versorgung von Stomapatienten im häuslichen Bereich werden an Homecare-Unternehmen besondere Ansprüche gestellt. Die Pflegefachkräfte der Homecare-Unternehmen sorgen in Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt für eine spezifische Anpassung der geeigneten Versorgungsmaterialien. Bei möglichen Komplikationen an der Stomaanlage oder auch der stomaumgebenden Haut soll so ein auf die individuelle Situation abgestimmtes interdisziplinäres Versorgungsmanagement greifen, informiert der BVMed-Newsletter. „Stomapatienten sind daher auf die Unterstützung durch in der Stomatherapie qualifizierte Pflegefachkräfte in der ambulanten Homecare-Versorgung angewiesen.“

Zur Krankenhausentlassung mit einem Stoma informiert der BVMed-Newsletter über spezialisierte Homecare-Unternehmen, die genau an dieser Schnittstelle alle wichtigen Versorgungsaspekte koordinieren: „Die engmaschige Betreuung der Patienten hilft gerade in der sensiblen Entlassphase, unnötige Zusatzkosten und Aufwand auch für das Krankenhaus zu vermeiden.“

Mehr Informationen zum Thema Homecare-Versorgung findet ihr unter: www.bvmed.de/homecare-versorgungen.

Quelle – BVMed – Bundesverband Medizintechnologie e.V.

Mit Vorsorge Leben retten

Pressemitteilung HELIOS Kliniken

 

Denn Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebs-Neuerkrankungen. Im Interview erklären die beiden Experten, warum Darmkrebsvorsorge Leben rettet und wie man sich im Krankheitsfall schützt. Übrigens: Unter dem Motto „Aus Liebe zur Vorsorge“ hat die Felix-Burda-Stiftung bereits zum 14. Mal den Darmkrebsmonat März ausgerufen.

„Kaum einer Krebsart kann man so leicht vorbeugen wie dem Darmkrebs. Mit rechtzeitiger Früherkennung kann Darmkrebs schon im Frühstadium erkannt und geheilt werden“, informiert Dr. Florian Neumann, Leitender Oberarzt der Medizinischen Klinik II am HELIOS Klinikum München West. Zusammen mit Dr. Erich Bielesch, Oberarzt und Leiter der Sektion Viszeralchirurgie, koordiniert er das Darmzentrum München West, einem Zusammenschluss zahlreicher (Fach-)Ärzte im Münchner Westen und des HELIOS Klinikum München West, zur Verbesserung der Vorsorge und der Versorgung von Menschen mit Darmkrebserkrankungen. Denn Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebs-Neuerkrankungen. Im Interview erklären die beiden Experten, warum Darmkrebsvorsorge Leben rettet und wie man sich im Krankheitsfall schützt.

Warum ist Darmkrebsvorsorge so wichtig?
Antwort von Dr. Florian Neumann

Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebs-Neuerkrankungen, allein in Deutschland sterben jährlich 27.000 Menschen an den Folgen einer Darmkrebserkrankung. Aktuelle Zahlen belegen, dass Darmkrebs kein Einzelschicksal ist, sondern die zweithäufigste Todesursache durch Krebs. Doch Darmkrebs ist kein Schicksal mehr – frühzeitig erkannt kann Darmkrebs in der Vorsorge bis zu 100 Prozent verhindert oder nach Diagnosestellung sogar geheilt werden. Und Vorsorge wirkt: Trotz leicht rückläufiger Teilnahmeraten an der Vorsorgekoloskopie in den letzten Jahren, sinkt die Anzahl der jährlichen Erkrankungen und Sterbefälle. Bei der Überlebensrate liegt Deutschland europaweit vorne. Im Jahr 2004 wurde bei rund 73.000 Männern und Frauen in Deutschland Darmkrebs diagnostiziert. 2010 waren es nur noch 62.420 Fälle. Etwa jede siebte Krebserkrankung in Deutschland betrifft den Darm. Die Prognose für 2014 beläuft sich auf 63.900 Fälle.

Ist Vorsorge überhaupt notwendig, wenn ich keine Beschwerden habe?
Antwort von Dr. Florian Neumann:

Darmkrebs ist tückisch, er verursacht im Frühstadium keinerlei Beschwerden. Und genau das macht ihn aber so gefährlich. Man kann sich gesund fühlen und trotzdem Darmkrebs haben. Nur durch regelmäßige Vorsorge können wir uns davor schützen, an Darmkrebs zu erkranken. Vorsorge heißt, sich ohne Symptome einer Untersuchung zu unterziehen. Sind erst Symptome vorhanden, kann es für eine Heilung schon zu spät sein. Aber: Selbst wenn sich bereits ein Darmkrebs entwickelt hat, können bei einer frühen Diagnose etwa 90% aller Darmkrebspatienten geheilt werden. Daher spielt beim Darmkrebs die Früherkennung eine außerordentlich wichtige Rolle. Übrigens kann Darmkrebs nicht nur durch Vorsorge verhindert werden. Auch Ernährung und Bewegung spielen bei der Krebsprophylaxe eine wichtige Rolle. Das Darmkrebsrisiko kann durch einen gesunden Lebensstil, gesunde Ernährung, Verzicht auf Alkohol und Nikotin sogar um bis zu 27 Prozent gesenkt werden.

Die Darmkrebsvorsorge ist bereits im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen festgeschrieben. Für wen gelten die Leistungen?
Antwort von Dr. Florian Neumann:

Die gefährlichen Vorstufen des Darmkrebs, die Darmpolypen, können im Rahmen der Krebsvorsorge aufgespürt und entfernt werden, bevor sie sich zu Krebs weiterentwickeln. Der Gesetzgeber hat die Möglichkeit von Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen ab dem 55. Lebensjahr geschaffen. Grundsätzlich sollte aber jeder, der einen Darmkrebsfall in seiner Familie hatte, seinen Hausarzt fragen, ob für ihn nicht eine gesonderte Vorsorge gilt. Denn bei einem Fall von Darmkrebs in der Familie verdoppelt bis verdreifacht sich das Risiko aller direkten Verwandten (Eltern, Geschwister, Kinder), ebenfalls an Darmkrebs zu erkranken. Studien belegen eine familiäre Disposition für Darmkrebs. Fast drei von zehn Patienten können eine familiäre Vorgeschichte der Krankheit vorweisen. Das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken ist dann stark erhöht. Auch junge Menschen sollten deshalb regelmäßig zur Vorsorge gehen.

Wie läuft die Vorsorgeuntersuchung ab?
Antwort von Dr. Florian Neumann:

Um einen Darmkrebs zu erkennen, stehen dem Gastroenterologen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, wobei die Darmspiegelung, die Koloskopie, sicherlich die bekannteste und aussagekräftigste ist und den Goldstandard darstellt. Außerdem bietet die Koloskopie die Möglichkeit, Polypen frühzeitig zu entfernen. Darmpolypen sind zunächst gutartige Wucherungen und Veränderungen der Schleimhaut, die über einen längeren Zeitraum zu bösartigen Tumoren entarten können. Da Polypen keine Beschwerden verursachen, können sie nur durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen erkannt und entfernt werden.

Andere Untersuchungsmethoden zum Nachweis eines Tumors sind die Tastuntersuchung des Rektums der Okkultbluttest, sowie Röntgen-untersuchungen. Einige Krankenkassen haben in ihren Maßnahmenkatalog auch die Kapselendoskopie aufgenommen: dabei schluckt der Patient eine Pille mit einer integrierten Kamera, die durch den Magen-Darm-Trakt wandert und in regelmäßigen Abständen Bilder macht. Eine Biopsieentnahme zur mikros-kopischen Untersuchung ist dabei, wie auch eine Polypenentfernung, allerdings nicht möglich.

Wie bereite ich mich auf die Untersuchung richtig vor?
Antwort von Dr. Florian Neumann:

Je besser die Vorbereitung, desto besser können wir den Darm beurteilen. Moderne Präparate machen die Vorbereitung des Darms, der ja von allen Resten gereinigt werden muss, sehr leicht. Im Gegensatz zu früher, müssen heute zur Vorbereitung des Darms nur noch zwei Liter der Spülflüssigkeit getrunken werden. Angereichert mit Zitronen- oder Orangengeschmack hat sich das Getränk auch geschmacklich verbessert. Die Darmspiegelung selbst wird in den meisten Fällen ambulant durchgeführt und dauert etwa 20 Minuten. Währenddessen liegt der Patient zugedeckt auf einer Liege, auf Wunsch wird eine Kurzschlafspritze oder ein Beruhigungsmittel verabreicht.

Was passiert, wenn ein Tumor festgestellt wird?
Antwort von Dr. Erich Bielesch:

Wird bei der Koloskopie Darmkrebs festgestellt, stehen je nach Stadium der Erkrankung verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, die wir einzeln oder in Kombination anwenden. Dazu gehören unter anderem Operation, Strahlen- und Chemotherapie. Vor jeder Therapieentscheidung klären wir den Befund durch weitere Diagnostik der Umgebung mittels Sonografie, CT und ggf. Kernspin ab. Wir schauen z.B. nach, ob der Tumor bereits in weitere Organe wie die Leber gestreut hat, wie groß der Tumor ist und ob die Lymphknoten befallen sind. Für die Behandlung ist es auch entscheidend, ob der Krebs im Dickdarm oder im Mastdarm auftritt; befindet sich der Tumor im Mastdarm, kann es erforderlich sein, vor der Operation eine Bestrahlung und Chemotherapie durchzuführen.

Welche Bedeutung hat das Darmzentrum München West für den Patienten?
Antwort von Dr. Erich Bielesch:

Zur Verbesserung der Vorsorge und der Versorgung von Patienten mit Darmproblemen haben sich zahlreiche Ärzte im Münchner Westen und die Fachärzte unseres Hauses aus verschiedenen Abteilungen zum Darmzentrum zusammengeschlossen. Mit im Team sind Experten der Viszeralchirurgie, der Inneren Medizin, der Onkologie und der Radiologie sowie der Pathologie und der Strahlentherapie. Das Ziel ist, für den Patienten die optimale Therapie zu finden, individuell und ganzheitlich. Einmal in der Woche treffen wir uns und besprechen die Krankheitsgeschichten verschiedener Patienten in der Tumorkonferenz. Das Ergebnis der Konferenz wird hiernach mit dem Patienten besprochen.
Durch die Zusammenarbeit entsteht eine Bündelung des Expertenwissens, die für jeden Patienten die individuell optimale Therapie ermöglicht, zudem können so den Patienten oft lästige weite Wege und unnötige Doppeluntersuchungen erspart werden. Auch Psychoonkologen, Physiotherapeuten und Selbsthilfegruppen sind in das Zentrum eingebunden, da die Diagnose Krebs immer eine große psychische Belastung für Patienten und Angehörige bedeutet.

Zum 14. Mal hat die Felix Burda Stiftung den Monat März wieder als „Darmkrebsmonat“ ausgerufen, um über Darmerkrankungen zu informieren.

Im HELIOS Klinikum München West werden jedes Jahr rund 20.000 Patienten stationär und weitere 26.000 Patienten ambulant von den 950 Mitarbeitern medizinisch versorgt. Die zehn Fachabteilungen verfügen zusammen über 400 Betten. Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 110 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 49 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, elf Präventionszentren und 15 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin. HELIOS versorgt jährlich mehr als 4,2 Millionen Patienten, davon mehr als 1,2 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über mehr als 34.000 Betten und beschäftigt rund 69.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2013 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von 3,4 Milliarden Euro. Die Klinikgruppe gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius.

Pressekontakt:
Simone Rudroff
Tel: +49 (0) 89 8892-2432
Mobil: +49 (0) 176 131 76 563
E-Mail: simone.rudroff@helios-kliniken.de

 

Medizinische Abkürzungen

 

Das Blut ist für einen Arzt ein ganz besonderer Saft, das Pflegte schon Mephisto in Goethes Faust zu sagen. Um bei akuten und/oder chronischen Beschwerden eine Diagnose stellen zu können oder einen Krankheitsverlauf beurteilen zu können, liefern dem Arzt/Ärztin neben vielen anderen diagnostischen Untersuchungsmethoden die im Blut enthaltenen Bestandteile besonders wertvolle Informationen.

Für die normalen Blutanalysen wird immer aus der Vene entnommenes Blut verwendet, das mit dem Gerinnungshemmer EDTA (Ethylendiamintetraessigsäure) behandelt wird. Zur Ergänzung oder als einzelne diagnostische Maßnahme kann auch eine Urinuntersuchung erforderlich sein.

  1. mmol/l (Millimol pro Liter) = SI-Einheit mol = Molekulargewicht.
  2. U = Units[/b] (Maßzahl für die Enzymaktivität)
  3. IU = International Units, gleichzusetzen mit IE = Internationale Einheiten
  4. dl = Deziliter (1 zehntel Liter = 100 cm3)
  5. ml = Milliliter ( 1 tausendstel Liter = 1 cm3)
  6. µl = Mikroliter (1 millionstel Liter = 1 mm3)
  7. fl = Femtoliter (1 billiardstel Liter = 1µm3)
  8. ng = Nanogramm (1 milliardstel Gramm = 10-9)
  9. pg = Pikogramm (1 billionstel Gramm = 10-12)
  10. fl = Femtoliter (1 billiardstel Liter = 10-15)
  11. ♂ = Symbol für männlich;
  12. ♀ = Symbol für weiblich

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Wichtig: Die dort zur Verfügung gestellten Informationen dienen ausschließlich dazu,eure bereits bestehende Arzt- Patienten-Beziehung zu unterstützen,aber keinesfalls zu ersetzen. Sofern sich Inhalte auf medizinische Informationen, Hinweise und Empfehlungen beziehen oder verweisen, dienen sie nur als Unterstützung. Die persönliche Beratung durch einen Arzt,durch qualifiziertes Pflegepersonal (Stomatherapeut) für eine Untersuchung oder einer Diagnoseerstellung hat immer Vorrang! Daher wird eine Haftung bei Missachtung und die dadurch entstehende Schäden ausgeschlossen.

Jubel-Trubel-Heiterkeit oder doch nicht…?

Jubel-Trubel-Heiterkeit oder doch nicht…? Die Stomaversorgungs-Realität 2015
Unsrer Anspruch und das ist die Wirklichkeit?

Wir werden immer selbstbewußter, informieren uns, und nehmen unser Wahlrecht (Hilfsmittel) sehr aktiv wahr. Aber was nützt uns das, wenn dem Gegenüber die immer niedrigeren Vergütungs-Pauschalen der Krankenkassen stehen, die bereits jetzt schon zu Einschränkungen in unserem Wahlrecht führen. Tendenzen, die verschiedener und Gegensätzlicher kaum sein können, und für hitzige Diskussionen im neuen Jahr sorgen werden.

Die Rechtslage und der Anspruch

Ganz gleich, ob nun eine ein-/ zweiteilige Stomaversorgung, Basisplatten, Beutel, Ringe/Pasten und anderes Zubehör, es handelt sich dabei immer „zum verbrauchbestimmte Hilfsmittel“ auf die ein Anspruch nach (§33 SGB V) als Sachleistung besteht. Nach dem Wirtschaftlichkeitsfaktor wird dieser Anspruch als, „ausreichende sowie zweckmäßige und wirtschaftliche Hilfsmittel-Versorgung“ nach (§12 SGB V) beschrieben. Das ist die gesetzliche Grundlage. Was heißt das aber, in der Praxis? Dazu reicht schon eine Befragung, innerhalb einer Stoma-Selbsthilfegruppe aus, und schon werden die Unterschiede deutlich.

Denn es finden sich kaum mehr als 2 Stomaträger/innen, wo die Versorgung genau gleich ist. Das Stoma ist bei Jedem unterschiedlich groß, mal ist es rund und es passen die vorgestanzten Basisplatten, dann wieder ist es oval und Basisplatten müssen vorher erst angepasst, also zugeschnitten werden. Ein Anderer braucht zusätzliches Hautschutzmaterial (Hautschutztücher) und/oder eine gewölbte (konvex) Basisplatte oder Versorgung, weil das Stoma in einer Bauchfalte liegt. Der eine hat einen Colostoma, leidet unter ständigem Durchfall, wegen seiner Chemo-Behandlung und braucht Ausstreifbeutel, die aber wiederum für ein Ileostoma gedacht sind. Daher ist die Stomaversorgung eine ganz individuelle Sache, und damit haben wir Stomaträger/innen auch einen Anspruch auf die Hilfsmittel, die wir zur Versorgung des Stomas auch tatsächlich benötigen.

Die Entwicklung der Pauschalen

Es entstehen dabei unterschiedlich hohe Kosten, die jeden Monat von Krankenkassen beglichen werden. Damit es für die Kassen einfacher ist, haben viele Krankenkassen die Versorgungs-Pauschalen eingeführt. Diese liegt zurzeit zwischen knapp 220€ und 240€, bei einigen Kassen liegt diese Pauschale auch darunter. Die Pauschale basiert auf einen fiktiven “ Muster-Patienten“! (Stomaträger) mit durchschnittlichen Versorgungs- Bedarf. Muster- Stomaträgerin Maxi Musterhausen hat ein Colostoma und braucht 15 Basisplatten und 90 geschlossene Stoma- Beutel, der Muster-Stomatomaträger Herr Gebhardt hat ein Ileostoma und braucht 30 Einteilige Ausstreifbeutel im Monat.

Die Krankenkassen erstatten den Sanitätshäusern und Versorgern (Homacare-Unternehmen), die Versorgungs-Pauschale, ganz gleich, ob nun die tatsächliche Stoma- Versorgung für jeden Stomaträger/in nun teurer und/oder günstiger geworden ist. Diese Unternehmen haben sich mit der Zeit sehr spezialisiert und betreuen deutlich mehr Stomaträger. Dadurch, dass die Stoma- Versorgung so individuell und unterschiedlich ist, liegt der eine mit seinem Hilfsmittel- Bedarf nun über der Pauschale und der andere darunter. Am Ende passt es dann es wieder, da die Stomaträger mit weniger Bedarf, die Betroffenen mit einem höheren Bedarf mittragen, dieser Vorgang nennt sich „Mischkalkulation“. Dies stellt sicher, dass jeder/jede Stomaträger/in auch die Stomaversorgung weiterhin bekommt, die auch tatsächlich benötigt wird.

Das Einführen der Stoma-Pauschale hatte auch bis weit nach der Übergangszeit spürbare Auswirkungen, so waren z.B. Stomaträger, die mit einem Verbrauch über der Pauschalvergütung lagen, wurden unter Umständen, zu nicht gern gesehenen Kunden. Einigen Berichten zufolge, wollten sie, wie gewohnt, ihre Dauerverordnung (Rezept) bei ihrem Homecare-Unternehmen abgeben, plötzlich abgewiesen wurden, mit dem Argument, die Krankenkasse würde dieses oder jenes Produkt oder die durch den Arzt verordnete Menge nicht mehr bezahlen. Die Verwirrungen wurde dadurch noch größer wenn man dann bei seiner Krankenkasse anrief, und zu hören bekam: „aber selbstverständlich bekommen Sie Alles, was sie benötigen.“ Tja und dann? Für diese doch meist widersprüchlichen Aussagen lag ein Missverständnis zu Grunde. Denn bei der Pauschale handelt es sich nicht um einen Maximalbetrag pro/Person, sondern um einen reinen statistischen Durchschnittswert für alle Stomaträger einer Krankenkasse. Daher muss keiner privat zuzahlen, nur weil sein persönlicher Bedarf höher als die Pauschale ist, ebenso bekommt er aber auch keine Gutschrift, wenn weniger Kosten verursacht wurden, als andere.

Die großen Einschnitte blieben zum Glück für uns alle bislang aus, denn Jeder von uns erhält derzeitig eine ausreichende Menge an Stoma- Artikeln. Auch die etwas schwierigen Versorgungs- Lagen bei Komplikationen oder berechtigtem und einem hohem Hilfsmittelbedarf, finden sich zurzeit noch Lösungen. Mit Argusaugen wird derzeit die Anstrengungen einzelner Krankenkassen gesehen, die die Versorgungspauschale unter 200€ senken wollen. Alle wollen weiter sparen, auch die Kassen wollen das, Jeder versucht, die Einführung von Zusatzbeiträgen zu vermeiden, Keiner will dabei Erster sein, um „König Kunde“ nicht zu verlieren. Dieser Spardruck kann sich aber blitzschnell auf die Versorgungs- Qualität auswirken, denn nur sehr wenige Versorger haben die Produkte aller verfügbaren Hersteller in ihrem Portfolio. Die Auswahl an Hilfsmitteln für uns Stomaträger/innen ist hierzulande Größer als je zuvor. Denn zwölf Hersteller bieten ihre Produkte zur Stoma- Versorgung in vergleichbar guter Qualität an. Das ist auch gut so, denn nur durch diese sehr hohe Produktvielfalt am Markt hat nun jeder Stomaträger die Möglichkeit auf eine deutlich höhere Lebensqualität und das mit einem Stoma.

Das Hilfsmittel-Wahlrecht gegen Kostendruck

Wir haben ein Wahlrecht unter gleichermaßen geeigneten und zum Verbrauch bestimmten Hilfsmittel. Die Ausübung des Wahlrechts ist heute deutlich einfacher, als noch vor vielen Jahren. Denn im Zeitalter des Internets, können sich Stomaträger/innen aller Altersgruppen einfacher, unkomplizierter und umfassender bei allen Herstellern über ihrer Produkte und deren Versorgungsmöglichkeiten informieren, so können Versorgungen getestet, um dann gemeinsam mit seinem Versorger entschieden werden, welches Stoma- Produkt dann zum Schluss zum Einsatz kommt.

Dass von diesem Wahlrecht Gebrauch gemacht wird, zeigt eine nicht repräsentative Umfrage unter ca. 357 Mitgliedern eines Selbsthilfeprotals. Dabei gaben mit 56%, also knapp mehr als die Hälfte der Befragten an, in den vergangen 2 Jahren Veränderungen an ihrer Stoma-Versorgung vorgenommen zu haben. Genau die Hälfte davon gab als Grund an, dass sie mit der eigenen Versorgungs- Situation sehr unzufrieden waren und selbst tätig wurden. Praktisch wird das Wahlrecht für die Hilfsmittel, immer wieder aus Gründen der Wirtschaftlichkeit eingeschränkt. Es ist nachvollziehbar, wenn einige Versorger ihren Kunden den Wunsch auf ein bestimmtes Stoma- Produkt mit dem Vorschlag auf eine Alternative begegnen, so lange diese Gleichwertig ist. Zu einer Ablehnung aus wirtschaftlichen Gründen darf es nicht kommen, wenn dadurch die Versorgung zu Gunsten der Lebensqualität des Betroffenen verbessert werden kann. Selbst eine *wirtschafliche Aufzahlung“ das in Rechnung stellen, genauer eine individuelle Zuzahlung zu verlangen, ist in solchen Fällen nicht zulässig.

Denn der gesetzliche Anspruch an die Versorgung mit Hilfsmitteln zu Stomaversorgung wurde mit Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention durch die Bundesrepublik um den Anspruch auf eine gesellschaftliche Teilhabe erweitert. Damit muss sich eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Stoma-Versorgung an der Inklusion von Stomaträgern messen lassen. Dem Ganzen steht die Erwartung weiter sinkender Versorgungs- Pauschalen mit deutlichen negativen Folgen für Stomaträger/innen gegenüber. Eine Diskussion, mit viel „ Zündstoff “ ist zu erwarten.

*Für verschiedene Produkte in der Hilfsmittelversorgung gibt es Festpreise: Der Leistungserbringer erhält nur diesen Preis vom Kostenträger (der Krankenkasse), unabhängig vom empfohlenen Verkaufspreis des Herstellers. „Wirtschaftliche Aufzahlungen“ sind nur bei einer über das notwendige Maß hinausgehenden Versorgung vom Versicherten zu zahlen. „Wählen Versicherte Hilfsmittel oder zusätzliche Leistungen, die über das Maß des Notwendigen hinausgehen, haben sie die Mehrkosten und dadurch bedingte höhere Folgekosten selbst zu tragen.“ (§ 33 Abs. 1 SGB V). Wenn also ein Leistungserbringer (z. B. Sanitätshaus) für die Regelversorgung ohne Sonderwunsch eine „wirtschaftliche Aufzahlung“ verlangt, sollte man sich bei dem Leistungserbringer noch mal erkundigen. Bei Verbraucherzentralen und Krankenkassen kann man sich darüber ebenfalls beraten lassen.