Mit Vorsorge Leben retten

Pressemitteilung HELIOS Kliniken

 

Denn Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebs-Neuerkrankungen. Im Interview erklären die beiden Experten, warum Darmkrebsvorsorge Leben rettet und wie man sich im Krankheitsfall schützt. Übrigens: Unter dem Motto „Aus Liebe zur Vorsorge“ hat die Felix-Burda-Stiftung bereits zum 14. Mal den Darmkrebsmonat März ausgerufen.

„Kaum einer Krebsart kann man so leicht vorbeugen wie dem Darmkrebs. Mit rechtzeitiger Früherkennung kann Darmkrebs schon im Frühstadium erkannt und geheilt werden“, informiert Dr. Florian Neumann, Leitender Oberarzt der Medizinischen Klinik II am HELIOS Klinikum München West. Zusammen mit Dr. Erich Bielesch, Oberarzt und Leiter der Sektion Viszeralchirurgie, koordiniert er das Darmzentrum München West, einem Zusammenschluss zahlreicher (Fach-)Ärzte im Münchner Westen und des HELIOS Klinikum München West, zur Verbesserung der Vorsorge und der Versorgung von Menschen mit Darmkrebserkrankungen. Denn Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebs-Neuerkrankungen. Im Interview erklären die beiden Experten, warum Darmkrebsvorsorge Leben rettet und wie man sich im Krankheitsfall schützt.

Warum ist Darmkrebsvorsorge so wichtig?
Antwort von Dr. Florian Neumann

Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebs-Neuerkrankungen, allein in Deutschland sterben jährlich 27.000 Menschen an den Folgen einer Darmkrebserkrankung. Aktuelle Zahlen belegen, dass Darmkrebs kein Einzelschicksal ist, sondern die zweithäufigste Todesursache durch Krebs. Doch Darmkrebs ist kein Schicksal mehr – frühzeitig erkannt kann Darmkrebs in der Vorsorge bis zu 100 Prozent verhindert oder nach Diagnosestellung sogar geheilt werden. Und Vorsorge wirkt: Trotz leicht rückläufiger Teilnahmeraten an der Vorsorgekoloskopie in den letzten Jahren, sinkt die Anzahl der jährlichen Erkrankungen und Sterbefälle. Bei der Überlebensrate liegt Deutschland europaweit vorne. Im Jahr 2004 wurde bei rund 73.000 Männern und Frauen in Deutschland Darmkrebs diagnostiziert. 2010 waren es nur noch 62.420 Fälle. Etwa jede siebte Krebserkrankung in Deutschland betrifft den Darm. Die Prognose für 2014 beläuft sich auf 63.900 Fälle.

Ist Vorsorge überhaupt notwendig, wenn ich keine Beschwerden habe?
Antwort von Dr. Florian Neumann:

Darmkrebs ist tückisch, er verursacht im Frühstadium keinerlei Beschwerden. Und genau das macht ihn aber so gefährlich. Man kann sich gesund fühlen und trotzdem Darmkrebs haben. Nur durch regelmäßige Vorsorge können wir uns davor schützen, an Darmkrebs zu erkranken. Vorsorge heißt, sich ohne Symptome einer Untersuchung zu unterziehen. Sind erst Symptome vorhanden, kann es für eine Heilung schon zu spät sein. Aber: Selbst wenn sich bereits ein Darmkrebs entwickelt hat, können bei einer frühen Diagnose etwa 90% aller Darmkrebspatienten geheilt werden. Daher spielt beim Darmkrebs die Früherkennung eine außerordentlich wichtige Rolle. Übrigens kann Darmkrebs nicht nur durch Vorsorge verhindert werden. Auch Ernährung und Bewegung spielen bei der Krebsprophylaxe eine wichtige Rolle. Das Darmkrebsrisiko kann durch einen gesunden Lebensstil, gesunde Ernährung, Verzicht auf Alkohol und Nikotin sogar um bis zu 27 Prozent gesenkt werden.

Die Darmkrebsvorsorge ist bereits im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen festgeschrieben. Für wen gelten die Leistungen?
Antwort von Dr. Florian Neumann:

Die gefährlichen Vorstufen des Darmkrebs, die Darmpolypen, können im Rahmen der Krebsvorsorge aufgespürt und entfernt werden, bevor sie sich zu Krebs weiterentwickeln. Der Gesetzgeber hat die Möglichkeit von Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen ab dem 55. Lebensjahr geschaffen. Grundsätzlich sollte aber jeder, der einen Darmkrebsfall in seiner Familie hatte, seinen Hausarzt fragen, ob für ihn nicht eine gesonderte Vorsorge gilt. Denn bei einem Fall von Darmkrebs in der Familie verdoppelt bis verdreifacht sich das Risiko aller direkten Verwandten (Eltern, Geschwister, Kinder), ebenfalls an Darmkrebs zu erkranken. Studien belegen eine familiäre Disposition für Darmkrebs. Fast drei von zehn Patienten können eine familiäre Vorgeschichte der Krankheit vorweisen. Das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken ist dann stark erhöht. Auch junge Menschen sollten deshalb regelmäßig zur Vorsorge gehen.

Wie läuft die Vorsorgeuntersuchung ab?
Antwort von Dr. Florian Neumann:

Um einen Darmkrebs zu erkennen, stehen dem Gastroenterologen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, wobei die Darmspiegelung, die Koloskopie, sicherlich die bekannteste und aussagekräftigste ist und den Goldstandard darstellt. Außerdem bietet die Koloskopie die Möglichkeit, Polypen frühzeitig zu entfernen. Darmpolypen sind zunächst gutartige Wucherungen und Veränderungen der Schleimhaut, die über einen längeren Zeitraum zu bösartigen Tumoren entarten können. Da Polypen keine Beschwerden verursachen, können sie nur durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen erkannt und entfernt werden.

Andere Untersuchungsmethoden zum Nachweis eines Tumors sind die Tastuntersuchung des Rektums der Okkultbluttest, sowie Röntgen-untersuchungen. Einige Krankenkassen haben in ihren Maßnahmenkatalog auch die Kapselendoskopie aufgenommen: dabei schluckt der Patient eine Pille mit einer integrierten Kamera, die durch den Magen-Darm-Trakt wandert und in regelmäßigen Abständen Bilder macht. Eine Biopsieentnahme zur mikros-kopischen Untersuchung ist dabei, wie auch eine Polypenentfernung, allerdings nicht möglich.

Wie bereite ich mich auf die Untersuchung richtig vor?
Antwort von Dr. Florian Neumann:

Je besser die Vorbereitung, desto besser können wir den Darm beurteilen. Moderne Präparate machen die Vorbereitung des Darms, der ja von allen Resten gereinigt werden muss, sehr leicht. Im Gegensatz zu früher, müssen heute zur Vorbereitung des Darms nur noch zwei Liter der Spülflüssigkeit getrunken werden. Angereichert mit Zitronen- oder Orangengeschmack hat sich das Getränk auch geschmacklich verbessert. Die Darmspiegelung selbst wird in den meisten Fällen ambulant durchgeführt und dauert etwa 20 Minuten. Währenddessen liegt der Patient zugedeckt auf einer Liege, auf Wunsch wird eine Kurzschlafspritze oder ein Beruhigungsmittel verabreicht.

Was passiert, wenn ein Tumor festgestellt wird?
Antwort von Dr. Erich Bielesch:

Wird bei der Koloskopie Darmkrebs festgestellt, stehen je nach Stadium der Erkrankung verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, die wir einzeln oder in Kombination anwenden. Dazu gehören unter anderem Operation, Strahlen- und Chemotherapie. Vor jeder Therapieentscheidung klären wir den Befund durch weitere Diagnostik der Umgebung mittels Sonografie, CT und ggf. Kernspin ab. Wir schauen z.B. nach, ob der Tumor bereits in weitere Organe wie die Leber gestreut hat, wie groß der Tumor ist und ob die Lymphknoten befallen sind. Für die Behandlung ist es auch entscheidend, ob der Krebs im Dickdarm oder im Mastdarm auftritt; befindet sich der Tumor im Mastdarm, kann es erforderlich sein, vor der Operation eine Bestrahlung und Chemotherapie durchzuführen.

Welche Bedeutung hat das Darmzentrum München West für den Patienten?
Antwort von Dr. Erich Bielesch:

Zur Verbesserung der Vorsorge und der Versorgung von Patienten mit Darmproblemen haben sich zahlreiche Ärzte im Münchner Westen und die Fachärzte unseres Hauses aus verschiedenen Abteilungen zum Darmzentrum zusammengeschlossen. Mit im Team sind Experten der Viszeralchirurgie, der Inneren Medizin, der Onkologie und der Radiologie sowie der Pathologie und der Strahlentherapie. Das Ziel ist, für den Patienten die optimale Therapie zu finden, individuell und ganzheitlich. Einmal in der Woche treffen wir uns und besprechen die Krankheitsgeschichten verschiedener Patienten in der Tumorkonferenz. Das Ergebnis der Konferenz wird hiernach mit dem Patienten besprochen.
Durch die Zusammenarbeit entsteht eine Bündelung des Expertenwissens, die für jeden Patienten die individuell optimale Therapie ermöglicht, zudem können so den Patienten oft lästige weite Wege und unnötige Doppeluntersuchungen erspart werden. Auch Psychoonkologen, Physiotherapeuten und Selbsthilfegruppen sind in das Zentrum eingebunden, da die Diagnose Krebs immer eine große psychische Belastung für Patienten und Angehörige bedeutet.

Zum 14. Mal hat die Felix Burda Stiftung den Monat März wieder als „Darmkrebsmonat“ ausgerufen, um über Darmerkrankungen zu informieren.

Im HELIOS Klinikum München West werden jedes Jahr rund 20.000 Patienten stationär und weitere 26.000 Patienten ambulant von den 950 Mitarbeitern medizinisch versorgt. Die zehn Fachabteilungen verfügen zusammen über 400 Betten. Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 110 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 49 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, elf Präventionszentren und 15 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin. HELIOS versorgt jährlich mehr als 4,2 Millionen Patienten, davon mehr als 1,2 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über mehr als 34.000 Betten und beschäftigt rund 69.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2013 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von 3,4 Milliarden Euro. Die Klinikgruppe gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius.

Pressekontakt:
Simone Rudroff
Tel: +49 (0) 89 8892-2432
Mobil: +49 (0) 176 131 76 563
E-Mail: simone.rudroff@helios-kliniken.de

 

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